Da half auch die neue Schärpe nicht viel. Der Naturpark habe extra bei den Meteorologen nachgefragt, so Thielemann. Diese hätten die Witterung allerdings als normal eingestuft. Die gefühlte Kälte sei auf die bereits warmen Temperaturen zurückzuführen, die vor gut drei Wochen einen Sommereinbruch suggeriert hätten, erklärte der Naturparkchef. Davon hätte sich auch die Vegetation veralbern lassen, denn bei vielen Obstbäumen sei die Blütenpracht bereits vergangen. Die Obstbauern seien in diesem Jahr nicht zufrieden mit der Witterung. Stellenweise seien enorme Frostschäden zu verzeichnen.

Eine unmittelbare vor Ort- Kontrolle der winzigen Blütenstempel durch die amtierende Äppelmoid Jana Reichel erbrachte im Pomogarten überdurchschnittlich gute Werte. Nur wenige Blüten sind hier offensichtlich dem Frost zum Opfer gefallen. Sind die winzigen Stempel noch grün, liege alles sprichwörtlich im "Grünen Bereich", so Jana Reichel. Schwarze Stempel lassen die Blüten dagegen absterben. Früher haben die Obstanbauer während der Baumblüte in Eis-Nächten einzelne Feuer zwischen den Plantagenreihen angezündet. An den Stellen, an denen die Blütenpracht von den Rauchschwaden in den eisigen Nächten eingehüllt wurde, haben dann nahezu alle empfindlichen Gewächse das Martyrium der Natur überstanden. Ein anderer, fast schon spektakulärer Trick, ist das Einsprühen der blühenden Bäume mit einem Nebel aus Wasser. Um die empfindlichen Blüten bildet sich eine Eisschicht, welche die minimale Restwärme der Blüte nicht entweichen lässt.

"Wir dachten, der Frost hat mehr zugeschlagen", meinte auch der Döllinger Ortsvorsteher Bernd Binder. Döllingen sei immer eine Reise wert. Zumal sich die Apfel- und Quittenblüte noch im Anfangsstadium befinde. Der Pomologische Schau- und Lehrgarten wie auch die Streuobstwiesen zwischen Döllingen, Hohenleipisch und Kraupa seien ein Aushängeschild für die ganze Region, meinte Plessas neuer Amtsdirektor Göran Schrey. Weil für den Nachmittag ungünstige Witterung angekündigt wurde, herrschte bereits am Vormittag dichtes Gedränge auf dem Festgelände.

Neben dem Empfang der Blütenkönigin gab es zum Saisonauftakt im Pomogarten ein Konzert mit den Schwarzheider Musikanten und am Nachmittag ein buntes Frühlingsspektakel mit Theater, Führungen, Kutschfahrten mit einem Esel und Mit-Mach-Angebote. Selbstverständlich, dass auch ein Markt mit regionalen Köstlichkeiten, delikaten Bioprodukten und Raritäten der Frühjahrspflanzungen an diesem Tag nicht fehlen durfte.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.5.17 von Veit Rösler

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Haertezuschlag-fuer-die-Bluetenkoenigin;art1059,5968732