Ein Vergleich im Internet ergab dann die kleine Sensation: Eine Auerhahn-Dame, besser Auerhenne, hatte sich in das Schipkauer Gemeindegebiet verlaufen.

Da der Zusammenhang zum Auerhuhnprojekt des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft nahe lag, nahm die Gemeindeverwaltung Kontakt mit den Fachleuten in Bad Liebenwerda auf. Schnell stellte sich heraus, dass die Auerhenne zu den Tieren zählt, die in einem aufwendigen Projekt bei Hohenleipisch ausgewildert werden. "Die liebestolle Dame hat wohl die Orientierung verloren", meinte einer der Fachleute schmunzelnd.

Zahlreiche Versuche, das Tier zu fangen, scheiterten. "Es bleibt zu hoffen, dass die Henne nicht unter die Räder eines Autos gerät", so Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) zum tierischen Ausnahmezustand. Grund für die Sorge war die Tatsache, dass sich das Tier bei herannahenden Autos stets regungslos auf den Boden duckte und nicht davon lief. Bei menschlichen Annäherungsversuchen war das Tier dagegen stets schneller und flog auf den nächstgelegenen Baum.

Bis vor rund einhundert Jahren bevölkerte das Auerwild auch den ausgedehnten Staatsforst rings um Kostebrau. Zu sächsischen Zeiten reiste selbst der Kurfürst zur Auerhuhnjagd an. Im Zuge der Besiedlung und des sich ausbreitenden Bergbaus in dem Gebiet verschwanden die großen Vögel. Seit 2012 bemüht sich der Förderverein des Naturparks gemeinsam mit vielen Partnern um die Wiederkehr der imposanten Tiere.