Hier, wo kranke oder verletzte Tiere aufgenommen und gesund gepflegt werden, bietet sich immer wieder beste Gelegenheit für Jung und Alt, mit der Natur auf Du und Du zu sein, manches Interessante über die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu erfahren. Längst haben sich diejenigen durchgesetzt, die den abgelegenen Ort im Walde bei Oppelhain nicht nur als idyllische Krankenstation für Vögel, sondern auch als Begegnungsstätte von Mensch und Natur profilieren möchten.

Waldpädagogik heißt der Schlüssel, den in diesem Jahr fast 800 Gäste zu nutzen wussten. Vor allem Schulklassen sind es, die das Angebot für sich entdecken, weiß Forstwirtschaftsmeister Falko Göbert, der Projektleiter in der Greifvogelstation ist. Aber auch für Radler, die in der Heidelandschaft unterwegs sind, soll es künftig noch lohnenswerter sein, einen Abstecher zur Station zu machen.

Stolz zeigt Falko Göbert die frisch aufgebaute neue Voliere für Uhus. Sechs Mal neun Meter in der Fläche und etwa vier Meter hoch soll sie den imposanten Tieren ein angemessenes Quartier bieten. Drei Uhus, die aus dem Tierpark in Aue kommen, waren zuvor von der Polizei bei einem privaten Halter beschlagnahmt worden. Die Voliere bezieht eine bereits vorhandene Eiche in den neuen Lebensraum für die Tiere ein. Dieser Tage werden die letzten Details fertiggestellt.

Wenige Schritte entfernt wird es eine weitere neue Voliere geben. Hier wird das Wappentier des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft ? ein Auerhahn ? zu sehen sein. "Das Tier bekommen wir vom Naturpark. Es ist ein Zuchttier, das nicht mehr ausgewildert werden kann", erklärt Falko Göbert. "Der Hahn nützt trotzdem weiter unserem Pilotprojekt ? in der Öffentlichkeitsarbeit. Es ist sehr gut, dass der Landesbetrieb Forst das ermöglicht", kommentiert Naturparkleiter Lars Thielemann das Vorhaben. Die Auerhahn-Voliere wird etwa viereinhalb Mal neun Meter in der Fläche und 3,80 Meter hoch sein. Im Frühjahr wird sie samt Bewohner jedermann sehen können.

Dieser Freude für die Besucher der Greifvogelstation ging schon vor Monaten eine gehörige Überraschung für die Mitarbeiter voraus. Von einer bis dahin völlig unbekannten Dame aus Erlangen waren der Station per Testament 36 000 Euro vermacht worden. "Wir wissen nicht, wer die Frau war und wie sie auf uns kam", erzählt Falko Göbert. Insgesamt 131 000 Euro hatte eine gewisse Anni Margarete Erna Schneider an Tierstationen verschiedener Art vererbt, auch die Seehundstation Friedrichskoog gehört dazu.

In Oppelhain sollen Tier und Mensch von dem Erbe profitieren. Eine spezielle Voliere für Vögel, die eigentlich nicht in der Region überwintern, und der noch unerfüllte Wunsch nach einer Voliere mit 20 Metern Durchmesser finden sich auf Falko Göberts Lageplan der Greifvogelstation. Im Frühjahr wird es auf alle Fälle Grund geben, neue Errungenschaften offiziell einzuweihen.

 

"Wir wollen in der neuen Saison auch aller 14 Tage sonntags für Besucher öffnen. Da können sie beim Füttern zuschauen", blickt der Forstwirtschaftsmeister voraus. Etwas zu sehen gibt es in Oppelhain immer. In diesem Jahr sind hier etwa 100 Vögel vom Kauz über den Rotmilan bis hin zum Turmfalken betreut worden, weiß Forstwirt Torsten Pawlak.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 27.12.13 von Frau Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/luebbenau-calau/Ueberraschendes-Erbe-fuer-Greifvoegel-und-Auerhahn;art13825,4456815