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24.05.2015 11:54 Alter: 2 yrs

Zuwachs für die Auerhuhn-Familie

Weitere 18 Wildfänge aus Schweden in Rochauer und Liebenwerdaer Heide ausgesetzt


Weitere 18 Wildfänge aus Schweden in Rochauer und Liebenwerdaer Heide ausgesetzt

Bad Liebenwerda Am Montagabend sind in der Rochauer und in der Liebenwerdaer Heide insgesamt weitere 18 Auerhühner ausgesetzt worden. Damit ist die Wiederansiedlung des einstigen Charaktervogels der Lausitz nach drei Jahren Pilotphase in die Realisierung gestartet.
Zuwachs für die Auerhuhn-Familie
Die am Montagnachmittag in Schacksdorf bei Finsterwalde eingetroffenen Auerhühner werden unmittelbar im Anschluss von Lars Thielemann, Reinhard Möckl und Frank Raden (v.l.) mit Sendern ausgestattet. Im Bild das erste Tier, das um 16.31 Uhr startklar für die Freiheit ist. Foto: Böttcher

Gegen 15.30 Uhr waren die 18 Hennen auf dem Schacksdorfer Flugplatz bei Finsterwalde gelandet, begleitet von Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und der AG Auerhuhn. In der Greifvogelstation des Landesbetriebes Forst in Oppelhain hatte sich inzwischen ein Empfangskomitee formiert. Zehn der Tiere wurden sofort nach ihrer Ankunft mit Sendern ausgestattet, was bei den äußerst sensiblen Tieren ein geschicktes Vorgehen voraussetzte. Noch in der Dämmerung konnten die seit Mittwoch voriger Woche in der im Nordwesten Schwedens gelegenen Provinz Västerbodden gefangenen Tiere in ihre neue Freiheit entlassen werden. Lars Thielemann ist zufrieden mit dem Ergebnis. Auch wenn er sehr gern einen Hahn im Gepäck gehabt hätte. Doch aus den Erfahrungen der zurückliegenden Fangaktionen wusste die Crew mit Udo List vom Naturpark Niederlausitzer Landrücken und Theo Fiala vom Landesbetrieb Forst, dass sich die im Frühjahr wegen der Balz „unter Strom stehenden Hähne“ äußerst schwer fangen lassen.

Dass dennoch Hähne aus Schweden mitgekommen sein könnten, wird sich zeigen, wenn auch die 13 mitgebrachten Eier ausgebrütet sind. Auf diese wartet bereits Dr. Andrzej Krzywinski in der Aufzuchtstation im polnischen Kadzidlo, wo schon in der Pilotphase Eier nach der Born-to-be-free-Methode für Nachwuchs in der Lausitz sorgten. Ziel ist es nun, bei einer erneuten Fangaktion im Herbst alle Kraft auf die Hähne zu konzentrieren. Da es jedoch auch in der Lausitz Balzaktivitäten schwedischer Zugereister gegeben hat, ist die Spannung groß, ob es in diesem Jahr Niederlausitzer Nachwuchs gibt.

Am heutigen Mittwoch werden zunächst Udo List und Theo Fiala wieder zu Hause erwartet. Sie kommen per Kleintransporter aus Schweden zurück.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 21. Mai 2015 von G. Böttcher


http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Zuwachs-fuer-die-Auerhuhn-Familie;art1059,5029759