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Mit aller Hingabe einer fürsorglichen Ersatzmutter kümmert sich der leidenschaftliche Tierschützer Tino Gärtner um das Vogelbaby. Weil er in seinem Tierschützerleben schon vielen solcher kleinen schwachen und manchmal verletzten Tiere geholfen hat, ist er in seiner Heimatstadt schon bekannt dafür. So haben ihm Jugendliche diesen kleinen Turmfalken gebracht, den sie im Bad Liebenwerdaer Wohngebiet unter einem Auto gefunden hatten.

Der kleine Kerl muss schon einige Zeit außerhalb des Nestes zugebracht haben. "Die jungen Männer haben richtig gehandelt. Es ist zwar ein Wildtier, doch jeder darf einem in Not geratenen Tier helfen", meint Tino Gärtner. Schnabelgerecht zurechtgestückelte Leber, Regenwürmer, Krill und Insekten stehen auf der Speisekarte des kleinen Falken. Wenn es schnell gehen muss, kann es auch mal Katzenfutter sein. Warum und an welcher Stelle der Kleine er aus dem Nest gefallen ist, ist nicht mehr nachvollziehbar. Es wäre recht einfach gewesen, ihn wieder dorthin zurückzulegen, meint Tino Gärtner. Am Kopf hatte der Vogel eine kleine Verletzung. Möglicherweise ist er im Eifer des Gefechtes um die besten Happen von einem Geschwisterchen aus dem Nest geschubst worden. Da der kleine, unter Artenschutz stehende Raubvogel wieder zu Kräften gekommen ist, wird er in die Auffang-, Pflege- und Auswilderungsstation für verletzte Greifvögel und Eulen "Försterei Oppelhainer Pechhütte" umgesiedelt, wo er im Schutz des Waldes auf seine Auswilderung vorbereitet wird. Das wird schon am morgigen Sonntag geschehen, weiß der Leiter der Station Falko Göbert. Er hat erst am Donnerstag einen Mäusebussard und zwei weitere Turmfalken in die Krankenstation aufgenommen. Dort befinden sich derzeit 21 Tiere, unter ihnen auch Rotmilan, Seeadler und Waldkauz.

Die Chancen, dass sich Tino Gärtners Ziehkind wieder gut auswildern lässt, stünden wunderbar, sagt Göbert. Wenn das Tier etwa doppelt so groß ist, wie gegenwärtig, wird es in zwei bis drei Wochen der Fall sein. In Gefangenschaft werden Turmfalken bis zu 15 Jahre alt. In freier Wildbahn schaffen sie durchschnittlich maximal nur fünf Jahre. Gegenüber früheren Jahren gibt es 2015 auf dem Bad Liebenwerdaer Lubwartturm keinen Turmfalkennachwuchs, weiß Tino Gärtner. Ebenfalls nicht auf dem alten Gefängnis nebenan. Im Turm der St. Nikolai Kirche haben sich dagegen zwei Brutpaare eingenistet. Vor einem der Nester ist eine Kamera angebracht, darin sind sechs Jungtiere zu sehen.

Wer verletzte Wildvögel in Obhut geben möchte, ist in der Station Oppelhain richtig. Kontakt: Tel. 035325 18232.

Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom 20.6. / 21.6.15 von H. Rösler / Fr. Böttcher

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Rettung-fuer-flauschiges-Turmfalkenbaby;art1059,5073892