Das erste Quartal des Jahres ist bereits vorbei, und voller Spannung schauen wir auf die vor uns liegende Zeit des Auflebens, des Erblühens, des Startens in den Sommer. Frühmorgens, noch ganz steif von der Kälte wagen sich die ersten Frösche und Kröten auf ihren langen gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei muss manch Hindernis überwunden werden, die große Wiese ohne Deckung, die viel befahrene Straße oder hungrige Wegbegleiter. Haben sie ihr Gewässer erreicht, geht es weiter. Mit der abendlichen Dämmerung beginnt ein besonders Konzert. Zum Auftakt blubbern die Männchen der Moorfrösche um die Wette und werden mit jedem Tag blauer. Dazu gesellen sich die Erdkröten mit ihrem "üh üh üh". Den Abschluss des Konzertes bildet der Laubfrosch. Bis weit in die Nacht ist sein lautes "äp äp äp" zu hören. Und mit den melodischen Rufen "uh uh uh" beendet die Rotbauchunke den Konzertreigen in diesem Jahr und alle Akteure ziehen sich ins Sommerquartier zurück.

Erleben können Interessierte dieses Schauspiel zum Beispiel an den Maasdorfer Teichen oder der Teichgruppe Kleine Mühle bei Fischwasser und Drößig.

Mit den ersten wärmeren Tagen erwachen auch die Zitronenfalter aus ihrer Winterstarre. Sie sind die ersten Falter im Jahr. Kurze Zeit darauf folgen Kleiner Fuchs, C-Falter, Trauermantel und Tagpfauenauge. Sie alle haben in Mauerritzen, unter Rinde oder auf Dachböden überwintert und freuen sich über die erste Blütenpracht. (?)

Die Buschwindröschen nutzen die Zeit, in der das Licht noch nicht von den großen Bäumen abgefangen wird. Ein ganzer Blütenteppich breitet sich auf dem Waldboden aus. Sie sind, wie die früh blühenden Zwiebel- und Knollenpflanzen, Geophyten. Das heißt, sie treiben im Frühling rasch aus, haben aber schon im Frühsommer ihren Wachstumszyklus beendet und ziehen sich wieder in die Erde zurück. Im Naturpark ist diese Blütenpracht jetzt im NSG "Buchwald" bei Doberlug-Kirchhain oder auch im Saathainer Gutspark zu erleben. Auch anderswo wird es langsam wieder voll. Der Kranichzug ist fast vorbei. Nachdem im Februar zunächst mitteleuropäische Brutvögel aus Spanien und Frankreich zurückkehrten, sind seit Anfang März vermehrt Skandinavier und Balten unterwegs. Wer einen weiten Weg hat, müsste eigentlich besonders früh abreisen, oder? Bei den Kranichen trifft das nicht zu, denn wenn in Mitteleuropa schon der Vorfrühling lockt, regiert in Skandinavien oder im Baltikum oft noch der Winter. Die erste große Rückreisewelle Mitte Februar betraf daher vor allem Kraniche mit Brutrevieren in Mitteleuropa. Seit dem 20. Februar sind die Reviere hier im Naturpark alle besetzt. Bei der zweiten Welle Ende Februar waren dann schon mehr Skandinavier unterwegs und für die seit März laufende dritte Welle trifft das besonders zu. Zurzeit ist noch ein Junggesellentrupp im Naturpark unterwegs. Sie können auf den Feldern in der Elsterniederung beobachtet werden.

Täglich schauen die "Weißstorch-Horst-Besitzer" nach oben und hoffen auf die Rückkehr ihres Weißstorches. Schließlich kommen die meisten unserer hier brütenden Weißstörche von einer langen Reise aus dem Süden Afrikas zurück. Voller Gefahren ist die Reise über den Bosporus, durch den Nahen Osten zunächst bis in den Sudan und dann weiter nach Tansania und sogar nach Südafrika. Nach zwei Monaten im warmen Winterquartier geht es die gleiche Strecke wieder zurück.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 19.4.17 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/elsterwerda/Es-summt-und-brummt-jetzt-ueberall-in-der-Natur-hellip;art1059,5947755

www.naturpark-nlh.de