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15.01.2018 10:09 Alter: 280 days

Naturpark legt jetzt Spuren im Schloss


Tina Kopetzky, Katrin Heinrich und Ilona Ertle (v.l.) vom Naturpark bestücken die Schaukästen mit Informationen und Exponaten. FOTO: Heike Lehmann

Doberlug-Kirchhain. Im Doberluger Renaissancebau entsteht eine neue Dauerausstellung zur Niederlausitzer Heidelandschaft. Von Heike Lehmann

Schon wieder entsteht eine neue Dauerausstellung im Schloss Doberlug. Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft lässt im Erdgeschoss eine abstrakte Landschaft errichten, die es in sich hat. „erlebnisREICH Naturpark“ wird das neue Besucher- und Informationszentrum heißen. Nach einer gründlichen Planungsphase läuft momentan der Ausstellungsaufbau. Katrin Heinrich von der Naturparkverwaltung hat als Projektverantwortliche die Fäden fest in der Hand. Ihre Begeisterung ist ansteckend.

Katrin Heinrich sagt: „Wir wollen die Besucher auf Spurensuche schicken. 16 verschiedene Spuren werden gelegt. Wie hat sich die Landschaft hier verändert? Wie ist sie so geworden, wie wir sie heute vorfinden? Welche Einflüsse hat der Menschen ausgeübt?“ Auf diese Fragen findet der Gast Antworten – natürlich nach modernsten Standards, also interaktiv. Es darf angefasst, angetippt, aufgeklappt und aufgezogen werden. Überraschungseffekte sind gewollt. Lichteffekte wird es geben und bewegte Bilder erscheinen. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht nur auf der Natur, auch touristische Empfehlungen sind eingebettet. „Ziel ist, dass sich der Gast seine individuelle Reiseroute durch den Naturpark zusammenstellt, ausdruckt oder per App auf das Smartphone lädt und dann den echten Naturpark entdeckt“, erklärt Katrin Heinrich.

Die so genannten Indizienkästen von Leitfigur Dr. Watson bestücken die Mitarbeiterinnen vom Naturpark mit kleinen anschaulichen Objekten. Ilona Ertle zeigt ein Tütchen mit Quarzsand, Raseneisenstein, der zu Zeiten der Zisterziensermönche wertvolles Baumaterial war, Bienenwaben und Magensteinchen vom Auerhahn, der mit großem Ansiedlungsprojekt in Brandenburgs Süden wieder heimisch werden soll. „Auch ein Badewannenstöpsel als Indiz für künstlich angelegte Teiche wird dabei sein“, sagt sie mit leichtem Augenzwinkern.

Das Geld zur Realisierung des Projektes kam über das Bundes-Modellvorhaben Land(auf)Schwung sowie mit Unterstützung der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“. Das Konzept für die Ausstellung haben sich Viktoria und Tobias Wille von „stories within architecture“ aus Berlin erdacht. „Der Besucher soll Landschaft lesen lernen“, erklärt Tobias Wille. Beide lieben die Natur, gehen selbst gern wandern und dürfen unter anderem in Erfurt die „Klimazonen-Welt“ und die Zentrale der Heinz-Sielmann-Stiftung mitgestalten. Mit ihren Ideen für Doberlug-Kirchhain haben sie die  Tischler, Maler und Elektriker in den Babelsberger Filmstudios bei der Umsetzung schwitzen lassen. Projektleiter Uwe Schaer: „An diesen Ausstellungsmöbeln gibt es nicht einen rechten Winkel. Das war eine echte Herausforderung und geht nur mit CNC-Technik.“

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 15.12.17 von Heike Lehmann

https://www.lr-online.de/lausitz/finsterwalde/naturpark-legt-jetzt-spuren-im-schloss-doberlug_aid-6953488