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07.06.2018 12:49 Alter: 68 days

Die besten Freunde der Bienen sind aus Hirschfeld und Maasdorf


Der Projektsieg ist eingefahren, doch an der Grundschule Hirschfeld wird weiter gepflanzt. Darum kümmern sich hier Nancy, Jannis und weitere Schüler. FOTO: LR / Manfred Feller

Hirschfeld/Maasdorf. Grundschüler und Naturschutzverein sind Sieger beim Projekt „Grün ist bunt“ vom Naturpark. Von Manfred Feller

Das seit 2013 vom Förderverein Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ausgeschriebene Projekt „Grün ist bunt“ sieht in diesem Jahr zwei Sieger: die Grundschule Hirschfeld mit ihrer 5. Klasse und den Naturschutzverein Maasdorf. Beide haben sich einem der brennendsten Themen der Neuzeit verschrieben - den Honigsammlern. „Blüte sucht Biene“ haben die Schüler ihr Projekt überschrieben und die ebenfalls erstplatzierten Mitbewerber „Bienenparadies Maasdorf“. Am Dienstag wurden die Gewinner von den Projektpartnern geehrt. Dazu gehört auch die Volksbank Elsterland eG als finanzielle Förderin.

Die Bienen stehen nicht von ungefähr im Mittelpunkt. Das weltweite Sterben könnte sich zum Überlebenskampf von Mensch, Flora und Fauna entwickeln, wenn nicht gegengesteuert wird. Die Biene gilt als das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier nach Schwein und Rind. Vier Fünftel der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf die emsigen Tierchen angewiesen.

„Wir brauchen keine chinesischen Verhältnisse, bei denen wir von Hand die Blüten bestäuben müssen“, hält Jördis Thiere, Ortsvorsteherin in Maasdorf, nicht nur entgegen, sondern sorgt mit dem örtlichen Naturschutzverein und Kindern für ein blühendes Dorf. Für das Projekt „Blüh-Hecke“ gab es bereits im Vorjahr den 1. Preis.

Da gepflegte Gärten mit Golfrasen, Steinen und zentnerweise Mulch zwar schön aussehen, aber den Insekten nicht viel geben, wurde eine überall nachahmenswerte Idee verwirklicht. In selbstgebastelten Tüten sind den Einwohnern eine Bienenwiesenmischung für zwei Quadratmeter, ein Beethinweisschild, eine Saatanleitung und Erläuterungen zur Wichtigkeit von blühenden Landschaften gepackt worden. Die vorfinanzierten Ausgaben für immerhin 400 Tüten werden durch das diesjährige Zampergeld und den 1. Preis gedeckt.

Maasdorf ist zwar schon grün und blütenbunt, so Jördis Thiere, doch es gehe noch weiter. Die nahe Zukunft beschreibt der in der Tüte beigelegte Handzettel: „Deshalb wollen wir ein blühendes Band mit einem vielfältigen Angebot an Nektar und Pollen durch unseren Ort ziehen.“

Mit der Agrar GmbH Prestewitz wurde sogleich eine Partnerin gewonnen. Gemeinsam werden zwei stillgelegte Flächen am Schumpenweg in blühende Wiesen verwandelt. „Im Sommer“, so ergänzt Heidrun Matthes, Vorsitzende des Naturschutzvereins, „wollen wir mit Schülern den Ort abgehen, kommunales Brachland suchen und daraus Blühflächen machen.“

Der Projektsieg ist eingefahren, doch an der Grundschule Hirschfeld wird weiter gepflanzt. Darum kümmern sich hier Nancy, Jannis und weitere Schüler.

Auch an der Grundschule Hirschfeld ist das Drama um die Honig- und Wildbienen und all die anderen Insekten längst angekommen und thematisiert. Wo es sich anbietet, würden seit vielen Jahren auf dem Schulgelände Bäume und Sträucher gepflanzt, sagt Schulleiterin Petra Plotzke. Jüngste Projekte waren die Blühhecke und das Lernprogramm der Fünftklässler für die 1. Klasse. Fast schon obligatorisch sind die Besuche bei einem örtlichen Imker. Dieser macht dann auch Werbung in eigener Sache. Denn Imkernachwuchs wird überall händeringend gesucht.

Mit dem Pflanzen hören die Aufgaben für die Schüler nicht auf, verrät Lehrer Jens Marticke. Die Schüler pflegen ihr Grün konsequent. Was noch fehlt, ist ein Insektenhotel. „Ich baue euch eins“, verspricht der ehemalige Lehrer Hartmut Gärtner spontan in die Hand.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 6.6.18 von Manfred Feller

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/projekte-fuer-bienen-im-elbe-elster-kreis_aid-23237359