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< Blütenfest am Mittwoch in Döllingen
03.05.2019 13:26 Alter: 44 days

So hat die Region den 1. Mai gefeiert


Auf den neuen Liegestühlen können sich Besucher im Pomologischen Garten in Döllingen bestens erholen und den Blick in die wunderschöne Natur genießen. Am Mittwoch sind die 20 Liegestühle eingeweiht worden. FOTO: VRS

Döllingen. Der 1. Mai – „Kampftag“ ist er in der Region Bad Liebenwerda schon lange nicht mehr. Dafür aber ein vielseitig gestalteter Feiertag.

Theorien zum Wetter und zum Klima haben diesmal Veranstalter und Besucher im Vorfeld des Blütenfestes am Mittwoch in Döllingen beschäftigt, ließ Naturparkchef Lars Thielemann zum Auftakt der Veranstaltung durchblicken. Fragen wie: „Gibt es noch Blüten, wird es regnen und werden Besucher kommen?“, konnten alle mit „Ja“ beantwortet werden. Entsprechend dem Blütenkalender standen sogar noch sehr viele Bäume, insbesondere die Quitten, in voller Blüte. Im Pomogarten werde es auch noch in den nächsten Wochen blühende Bäume geben, versprach Jörg Kösters von der Kompetenzstelle Streuobst des Naturparkes.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski erinnerte an die Geschichte und die Tradition der Streuobstregion, die an dieser Stelle aufrecht erhalten werde. Dabei stellte er die Vorzüge des weiten ländlichen Raumes und seiner lebenswerten Natur und Umwelt den dicht besiedelten hektischen Stadtgebieten gegenüber.

Zum traditionellen Rundgang von Blütenkönigin Paula Marie Krausch und Äppelmoid Jana Reichel gehörte die Kontrolle der Blüten auf Frostschäden. Immerhin mussten Kirsch- und Pfirsichblüte vor Wochen schon drei Frostnächte überstehen, was nicht alle zarten Pflänzchen geschafft haben. Die Frage nach dem Insektenflug kann für 2019 mit „üppig“ beschrieben werden, meinte Diplomingenieurin für Gartenbau Jana Reichel. Wildbienen, Mauerbienen, die Bienen eines Imkers und auch andere Insekten waren und sind ausreichend unterwegs, hat Jana Reichel beobachtet. Leider hatten sich diesmal auch ungebetene Gäste unter die Besucher gemischt! Während des Rundganges wurden in und an den Blüten Frostspanner, Blütenstecher und sogar auch ein Ast mit dem Goldafter entdeckt. Allesamt erbarmungslose Obstschädlinge. Im Pomogarten wolle man versuchen, die Schädlinge mit natürlichen Mitteln zu bekämpfen. Leider seien in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen auf diesem Gebiet verloren gegangen. So bestehe eine enge Zusammenarbeit mit dem Pomologenverein und den Obstanbauern aus der Umgebung, meinte Naturparkmitarbeiter Jörg Kösters zum Thema Schädlinge. Um die Kirschfruchtfliege in den Griff zu bekommen denke man zum Beispiel über im Garten umherlaufende Hühner oder die Beweidung durch Schafe nach, wobei die Tiere auf den Boden gefallene Früchte auffressen. In diesen ungenutzten Früchten wachsen die Larven der Kirschfruchtfliege heran. Einen seit Jahren lang gehegten Traum konnte Naturparkchef Lars Thielemann mit seinen Mitarbeitern diesmal vor dem Blütenfest in die Tat umsetzen. In den vergangenen Wochen sind unter Beteiligung des Landkreises Elbe-Elster und des Naturparkes 20 Liegestühle mit den Logos beider Sponsoren angeschafft worden. Derzeit stehen etwa 400 Bäume im Pomogarten, die von 130 Baumpaten betreut werden.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2. Mai 19

https://www.lr-online.de/lausitz/elsterwerda/feiern-am-1-mai-in-der-region-bad-liebenwerda_aid-38507497