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< Naturpark eine Erfolgsgeschichte
07.12.2011 11:32 Alter: 6 yrs

Diskussion um Biosphärenereservat

Elsterwerdas SPD-Ortsvereinsvorsitzender siehr Chance für mehr Lebensqualität


Die Vision, die Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und Niederlausitzer Landrücken in einem Biosphärenreservat Niederlausitz zu vereinen, erscheint vielen noch von dichtem Nebel umgeben. Informationen aus erster Hand zu erhalten, zu diskutieren und weiterzutragen, hatte sich der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Elsterwerda/Hohenleipisch, Kai Dietrich, am Mittwochabend zum Ziel gesetzt.

Offensichtlich hat er es erreicht.

Gut 20 Parteimitglieder und Interessierte waren gekommen, um sich von Lars Thielemann, dem Leiter der Naturparkverwaltung Niederlausitzer Heidelandschaft, in die Pläne einweihen zu lassen. Während sich die Gemeinde Röderland schon klar für die Idee ausgesprochen hat, wird aus Hohenleipisch deutliche Kritik laut. „In Hohenleipisch hat man auch eine ganz sture Seite von Naturschutz kennengelernt. Da bedarf es besonders überzeugender Argumente für die Idee des Biosphärenreservates“, sagt Kai Dietrich. Er begrüßt die Herangehensweise in beiden Naturparks, die Menschen in der Region auf dem Wege mitzunehmen. Immerhin verbinde sich mit dem Begriff Reservat ein Gefühl von Einschränkung. Lars Thielemann hat nach der Weichenstellung der Kuratorien beider Naturparks in Richtung Biosphärenreservat im September schon in einigen Gesprächsrunden für Aufklärung gesorgt. Weitere Einladungen liegen ihm vor.

Die Fragen, die auch am Mittwoch während der Veranstaltung in Elsterwerda aufkamen, sind dicht am täglichen Leben angesiedelt. Darf man in einem Biosphärenreservat noch in den Wald und dort Pilze sammeln? ist eine dieser Fragen. Dazu Thielemann: „Es wird sich am Leben und Wirtschaften der Menschen im Grunde nichts ändern.“ Ob geringer werdende Mittel jedoch in Projekte in den elf Brandenburger Naturparks oder bevorzugt in ein Biosphärenreservat fließen, von denen es gegenwärtig drei gibt, mag jeder für sich abwägen. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende sieht in der Vision eine Chance, in der Region mehr Lebensqualität zu entwickeln und damit identitätsstiftend zu wirken. Ihm imponiert das Herangehen der Akteure, eine offene, ehrliche und auf alle Vorbehalte eingehende Öffentlichkeitsarbeit betreiben zu wollen.

Er werde die Meinungsbildung in der SPD-Fraktion im Elsterwerdaer Stadtparlament anregen und würde es gut finden, wenn sich die Stadtverordnetenversammlung ebenfalls zum Thema verständigen würde, so Dietrich weiter. Gespannt kann man indes sein, mit welcher Botschaft Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Die Linke) am Mittwoch zur Jahrestagung des Naturparks nach Saathain kommt. Sie hat neben dem überzeugenden Votum der Kuratorien beider Naturparks auch einen von drei Landräten der Region unterzeichneten Brief auf dem Tisch, in dem der Kurs in Richtung Biosphärenreservat unterstützt wird.