Drucken zoom
< Genussvoll Radeln und Schnucken gucken
15.02.2012 09:40 Alter: 6 yrs

Hohenleipisch will keine Einschränkung für Anwohner

Info-Runde mit Abgeordneten zum Thema "Biosphärenreservat" zunächst hinter verschlossenen Türen


Um die Abgeordneten der Gemeinden Plessa, Hohenleipisch und Gorden-Staupitz über den aktuellen Stand zum Thema „Biosphärenreservat“ zu informieren, waren diese am Montag in nicht öffentlicher Runde zu einer Veranstaltung mit Lars Thielemann, Leiter der Verwaltung des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, in Hohenleipisch eingeladen.

Amtsdirektor Manfred Drews, der als Kuratoriumsvorsitzender des Naturparks die Idee zum Biosphärenreservat mit geboren hat, sieht in den Plänen Chancen für die Region. „Bei 16 solcher Reservate in Deutschland würden wir einen ganz anderen Stellenwert einnehmen als unter gut hundert Naturparks und könnten dadurch auch ganz anders werben“, so Drews.

Ähnlich sieht es Frank Pfützner, Ortsvorsteher in Gorden. Auch er versteht die Pläne als eine Möglichkeit für die Entwicklung der Region. Unter dem angestrebten Status ließen sich ganz andere Fördertöpfe anzapfen, so sein Standpunkt. Der Weg sollte auf jeden Fall weiterverfolgt werden. Plessas Bürgermeister Gottfried Heinicke sieht zwar noch in etlichen Fragen Klärungsbedarf, bleibt jedoch gelassen, was den Kernbereich eines künftigen Biosphärenreservates angeht. „Die geforderten fünf Prozent haben wir durch unsere bestehenden Schutzgebiete doch schon“, so Heinicke. Auch Amtsdirektor Drews versichert: „Am bisherigen Schutzstatus würde sich nichts ändern.“

Wichtig sei es, sich in der Diskussion auf einer sachlichen Ebene zu treffen, sagt Hohenleipischs stellvertretender Bürgermeister Thomas Höntzsch. Gerade unter seinen Abgeordnetenkollegen sei „eine gesunde Skepsis“ vorhanden. Die Hohenleipischer wollen das Thema sehr wachsam begleiten und sich alle Details sehr genau anschauen, ehe es zu einer abschließenden Bewertung kommt.

Die Informationsveranstaltung am Montagabend habe gezeigt, dass noch längst nichts beschlossen sei und alle Beteiligten in diesem Prozess noch ganz am Anfang stünden. Höntzsch begrüßt, dass die kommunalen Vertreter schon jetzt einbezogen werden, um Bedenken zu äußern und Fragen beantwortet zu bekommen. „Viele Bürger haben Angst, mit einem Biosphärenreservat in ihren Freiheiten eingeschränkt zu werden“, weiß er. Das geht bis dahin, dass Befürchtungen laut geworden sind, keine Pilze mehr sammeln zu dürfen. Hier gelte es, Aufklärungsarbeit zu leisten. Fest steht nach Vize-Bürgermeister Höntzsch: „Wir Gemeindevertreter wollen auf keinen Fall, dass die Menschen Einschränkungen hinnehmen müssen.“

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 15.2.2012 von Frau Posern

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Hohenleipisch-will-keine-Einschraenkung-fuer-Anwohner;art1059,3683826