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02.10.2012 07:55 Alter: 5 yrs

Gehen diesmal auch Auerhähne in den Kescher?

Naturpark seit Montag wieder auf Schweden-Tour


Bad Liebenwerda Er war gerade beim Einchecken, als die RUNDSCHAU am Montag kurz vor dem Abflug nach Schweden noch den Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, Lars Thielemann, per Telefon in Berlin erwischte. Gemeinsam mit dem Projektverantwortlichen für die Wiederansiedlung des Auerhuhns, Uwe Lindner, startete er nach Umea, um dort zunächst zwei Tage an der Universität in einen Gedankenaustausch zum Thema Auerhuhn zu treten. </header><//header>

Auch die schwedischen Wissenschaftler interessieren sich für die ersten Ergebnisse nach der erfolgreichen Aussetzung von 26 Auerhühnern im Mai dieses Jahres rund um das Forsthaus Prösa. Insgesamt 19 waren damals auch mit einem Sender ausgestattet worden. Die Ergebnisse über den Bewegungsradius waren erstaunlich. Am 14. August berichtete die RUNDSCHAU: Erfreulich zeigt sich die Bilanz nach fast einem Vierteljahr im Vergleich zu bisher anderswo unternommenen Ansiedlungsprojekten. "Bei 24 Tagen lag die durchschnittliche Überlebensrate im Harz", erinnert der Leiter der Naturparkverwaltung Lars Thielemann. Von den gegenwärtig 14 noch mit einem Sender ausgestatteten Tieren gebe es zu elf Kontakt. Von deren Bewegungen im Revier hat sich bereits eine beachtliche Datenmenge angehäuft. Sie kann bisherige Erkenntnisse über diese Tiere erweitern, ja sogar in ein neues Licht rücken. Lars Thielemann beugt sich dem Druck öffentlichen Interesses, wenn er sich – nach seinem Geschmack viel zu früh für eine fundierte Wertung – dennoch zu einer Einordnung des Geschehens überreden lässt. "Es ist erstaunlich, wie die Tiere hier bisher durchgekommen sind. Anders als in der Fachliteratur beschrieben, scheuen sie sich auch nicht davor, Offenflächen zu überwinden. Ohne die Sender wüssten wir das allerdings alles nicht." Durch die mit Hilfe der Technik gewonnenen Daten könne man so jedoch sagen, dass Auerhühner selbst vor dem Überqueren von Autobahnen und Eisenbahnstrecken nicht zurückgeschreckt sind. Sie bewegen sich in einem Radius von bis zu 30 Kilometern um den Aussetzungsort in Forsthaus Prösa. "Die im Artenschutzprogramm ausgewiesenen Waldgebiete sind alle relevant für das Auerhuhn und stehen in einem funktionalen Zusammenhang", so Thielemann.

Kurze Zeit später folgte die Ortung mittels Kleinflugzeug. Sieben Tiere wurden festgestellt. Bekannt ist gegenwärtig der Tod von fünf der 26 ausgesetzten Auerhühner. Da es sich bei den bislang ausgesetzten Tieren nur um Hennen handelt, hoffen die Naturpark-Mitarbeiter nun auf den erfolgreichen Fang von Hähnen. Insgesamt 20 Tiere dürfen die Experten in der Gegend Grönfjäll in Nordschweden der Landschaft entnehmen. Am heutigen Dienstag wird sich ein Auto mit Mitarbeitern des Landesforstes mit mehreren Volieren in Richtung Schweden auf den Weg machen. Die Tiere werden dort von erfahrenen Männern mittels Kescher eingefangen.

Wann die Elbe-Elster-Abordnung zurückkehrt, ist noch ungewiss. "Das hängt davon ab, wie erfolgreich wir sind", so Thielemann. Er rechnet zwischen dem 8. und 10. Oktober mit dem Aussetzen der neuen Tiere im Naturpark.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 2.10.12 von Frank Claus

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Gehen-diesmal-auch-Auerhaehne-in-den-Kescher;art1059,3967463