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< Manufaktur schwört auf Regionales
30.10.2012 08:45 Alter: 5 yrs

Elbe-Elster entdeckt den Kürbis neu

Die fast vergessene Frucht erlebt in der Küche eine Renaissance


Bad Liebenwerda Torsten Hügel, der einstige Wirt der Mühlenschänke in Plessa, und Matthias Eichhorn, Chef im Gasthof "Zum Eichhörnchen" in Reichenhain, darf die Ehre wohl am ehesten zukommen: Sie haben den Kürbis, die eigentlich längst vergessene Frucht, wieder in der Küche hoffähig gemacht. Im Jahr 2001 hat Eichhorn die Frucht sogar bis ins Abendjournal des rbb-Fernsehens gebracht, als er zum Fasan eine Kürbis-Lauchsuppe kredenzte. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption></figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Im Jahr 2004 hat er dann Kürbis-Kartoffelsuppe im Bundestag gekocht und danach von leeren Töpfen und schnalzenden Zungen berichtet.

Zwischendrin faszinierte Torsten Hügel immer mehr Gäste mit seiner Kürbis-Schnitzkunst. In bestechender Ähnlichkeit hatte er in einem original chinesischen Gemüseschnitzwettbewerb eine Nachbildung der Dresdner Frauenkirche in einen Mega-Kürbis geritzt. Und schließlich fuhr er sogar zur Europameisterschaft. Auf der Grünen Woche in Berlin waren Eichhorn und Hügel dicht umringt.

Doch auch Kürbis und Kunst haben sich zusammengetan. Während der LiteraTour hat Matthias Eichhorn nicht nur sein neustes Kochbuch vorgestellt, sondern gemeinsam mit der LR auch noch ein Kürbisschaukochen an jenem Abend im Gasthof veranstaltet. Kürbissuppe und Kürbisplätzchen, viele Zuhörer hatten sie zum ersten Mal probiert und waren fasziniert.

Beim Herbstmarkt vorm Wonnemar in Bad Liebenwerda standen 2007 Besucher Schlange, um Eichhorns Kürbis-Kartoffelpuffer zu probieren.

Kaum eine Gaststätte, die heute noch auf den Kürbis verzichtet. Michael Ihlo vom Zeischaer "Elstertal" ist regelrecht infiziert von dieser Frucht, reicht sie jetzt während der Karpfenwochen als Kartoffel-Kürbis-Ragout dazu. Kürbis-Kartoffelröstis mit Apfelmus gibt es bei ihm als süße Leckerei und auf den Frühstückstisch der Gäste kommt ein Fruchtaufstrich aus Kürbis, versetzt mit Ingwer. "Kürzlich hat sich ein Gast nach Kürbiskompott erkundigt und geschwärmt, dass er dies zu DDR-Zeiten gern gegessen hat", berichtet Ihlo und sagt: "Ich habe sofort welches zubereitet, allerdings ohne den Sud, sondern Kürbisstückchen mit Vanillesoße. Echt lecker."

Auch Andrea Opitz, die beim Naturpark die "Regionale Speisekarte" koordiniert, weiß, dass fast alle zwölf teilnehmenden Gaststätten wieder ganz stark mit Kürbissen arbeiten. Im Rahmen der Apfelwochen sind spezielle Rezepte aufgelegt worden.

Zur 6. Suppenmeile auf dem Elsterwerdaer Marktplatz am 21. November sind unter den mehr als 40 verschiedenen Suppengerichten zwei Kürbisvariationen. Die Köche aus dem Plessaer "Landhaus" und aus dem "Elstertal" in Zeischa wollen sie anbieten.

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Auszug aus der Lausitzer Rundschau von Frank Claus vom 31.10.12