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< "Wir sprechen nicht vom Reservat"
05.12.2012 08:40 Alter: 5 yrs

Auerhuhn im Fokus der Fachwelt

Zwischenbilanz der Wiederansiedlung und Erfahrungsaustausch in Bad Liebenwerda


Lars Thielemann, Hubertus Kraut, Landrat Christian Jaschinski (v.l.) und Uwe Lindner (vorn r.) mit den Gästen aus Schweden Michael Schneider, Torleif Eriksson und Per-Arne Ahlen bei der Zwischenbilanz des Auerhuhn-Projektes vor der Presse.

Bad Liebenwerda Die nationale und internationale Fachwelt schaut auf das Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz. Es steht noch bis heute im Zentrum einer zweitägigen international besetzten Fachkonferenz im Bürgerhaus in Bad Liebenwerda. </header><//header><figure align="left" class="articleImage gradient clearfix zoom"></figure><figcaption class="articleImageCaption"></figcaption> </figcaption><//figcaption></figure><//figure>

Von den im Mai dieses Jahres in der Liebenwerdaer Heide ausgesetzten 26 Auerhennen sind bisher nachweislich elf Tiere nicht mehr am Leben. Neun von ihnen waren mit einem Sender ausgestattet gewesen. Der im Herbst fehlgeschlagene Versuch, dringend benötigte Hähne aus Schweden zu holen, muss bis zum zeitigen Frühjahr wiederholt werden. "Sonst besteht die Gefahr, dass die Hennen zu großen Suchflügen aufbrechen und verdriften", erklärt Lars Thielemann, Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und der eigens gegründeten Arbeitsgemeinschaft Auerhuhn. Der aktuelle Stand des Wiederansiedlungsprojektes in der Niederlausitz und Erfahrungen in anderen Auerhuhn-Projekten führt Fachleute aus Deutschland, Polen, Schweden und der Schweiz derzeit in der Kurstadt Bad Liebenwerda zusammen. "Noch ist die Zeit nicht reif dafür, einen erfolgreichen Ausgang des Wiederansiedlungsprojektes der Auerhühner in der Niederlausitz vorauszusagen", konstatierte Lars Thielemann gestern vor der Presse. Eine nüchtern-sachliche Herangehensweise an das ambitionierte Vorhaben ist nicht zuletzt wegen der Erfahrungen anderenorts in Deutschland angeraten. Dr. Christoph Unger musste so zum Beispiel ein Ansiedlungsprojekt mit russischen Wildvögeln nach zehn Jahren als "nicht erfolgreich" bezeichnen. Jedoch brachte er für die Niederlausitz wichtige Erfahrungen mit. So sei es zumindest in der ersten Zeit der Ansiedlung der Tiere sinnvoll, sogenannte Prädatoren (Beutefänger), die dem Auerhuhn gefährlich werden können, ins Visier zu nehmen. Auch in Thüringen solle nun ein Prädatoren-Management anlaufen. Und er empfahl einen schnellen Weg vom Fang zur Ansiedlung, Verblendungen an Zäunen beziehungsweise das Vermeiden von Wildschutzzäunen. Er bestärkte die hiesigen Akteure aus seinen Erfahrungen mit Zuchtvögeln darin, dass Wildvögel wesentlich geeigneter seien, eine sich selbst tragende Population aufzubauen. Prof. Dr. Torleif Eriksson von der Bezirksregierung Länsstyrelsen in Schweden wünschte dem Niederlausitzer Projekt mit den Tieren aus seiner Heimat alles Gute. Ein Problem, weitere Auerhühner zur Verfügung zu stellen, sehe er nicht. Bei Vorkommen von etwa 200 000 Tieren werden diese in Schweden sogar bejagt.

Hubertus Kraut, Direktor des Landesbetriebes Forst Brandenburg, lobte die trotz unterschiedlicher Interessen enge Zusammenarbeit von Naturschützern, Jägern und Förstern im Pilotprojekt. "Schon dafür hat es sich gelohnt", so Kraut. Zu wissen, wie der Wald weiterzuentwickeln sei, in dem sich das Auerhuhn wohlfühle, bedeute auch zu wissen, dass sich eine Menge anderer Arten im Schlepptau wohlfühlen würden. Mit einer Exkursion in den neuen Auerhuhn-Lebensraum in der Liebenwerdaer Heide am gestrigen Nachmittag, einer Reihe weiterer Fachvorträge und dem Erfahrungsaustausch in den Pausen rücken die Auerhuhn-Akteure das Wappentier des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft noch bis heute in den Fokus.

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Auszug aus der Lauistzer Rundschau vom von Frau Böttcher vom 4.12.12

http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Auerhuhn-im-Fokus-der-Fachwelt;art1059,4049381