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Dieser stand während der Fahrt von der Greifvogelstation Oppelhain, wo der Kauz gesund gepflegt wurde, auf dem Rücksitz von Falko Göberts Transporter. Der Forstwirtschaftsmeister, der sich neben allerhand anderen Aufgaben auf Greifvögel spezialisiert hat, fährt vorsichtig. "Jede Erschütterung kann unseren Kauz noch weiter verängstigen", begründet der 42-Jährige. Auf einer Wiese am Rohnaer Weg ist schließlich das Ziel fast erreicht. Die letzten Meter trägt Göbert den Karton mit dem lebenden Inhalt. Darin ist ein Rascheln, bisweilen ein Rutschen, zu vernehmen. "Der Vogel scheint zu spüren, dass mit ihm etwas geschieht", sagt Göbert.

Der Auswilderungsort ist mit Bedacht ausgewählt. Schließlich hatte der Jannowitzer Peter Lasch den Waldkauz dort im November 2012 gefunden. Und zwar in einem bedauernswerten Zustand. Das Tier hatte sich in einer Angelsehne verfangen. Schlimmer noch: In seinem kleinen Körper befand sich ein Metallhaken. Dieser wurde in der Greifvogelstation erfolgreich entfernt. Zudem erhielt der Vogel ausreichend artgerechtes Futter, zum Schluss sogar echte Mäuse. "Er ist vollständig wieder gesund geworden", freut sich Förster Göbert.

Hinter der Wiese plätschert das Ruhlander Schwarzwasser, ein Nebenfluss der Schwarzen Elster. Die Sträucher werden langsam grün, am Ufer blühen Buschwindröschen. Falko Göbert stellt den Karton auf den Boden. Alles Weitere überlässt der Grünrock RBB-Moderatorin Ulrike Finck. Vorsichtshalber streift sich die Journalistin, die mit ihrem Team eine kleine Reportage über den Jannowitzer Kauz dreht, stabile Handschuhe über. "Man kann ja nie wissen, wie das Tier reagiert", begründet sie.

Dann ist der große Moment gekommen: Finck nimmt den Kauz aus der Kiste in ihre Hände. "Er ist viel leichter, als er aussieht", sagt die Moderatorin. Ein letztes gemeinsames Foto, dann ist der Vogel frei. Etwas benommen nimmt er Kurs auf eine hohe Eiche am Schwarzwasser. Aus sicherer Höhe schaut er auf die Menschengruppe, die sich unter dem Baum versammelt hat. "Man könnte denken, er würde seinen Rettern danken", vermutet Finder Peter Lasch.

Ob sich der Vogel an seine einstige Heimat erinnern kann, vermag Falko Göbert indes nicht zu sagen. "Drücken wir die Daumen, dass er sich gut einlebt." Immerhin hat der Kauz einen Ring der Vogelschutzwarte Hiddensee bekommen. So kann sein künftiger Lebensweg per Fernglas weiterverfolgt werden.

Peter Lasch hofft, dass den Vögeln des Waldes ein ähnliches Schicksal wie dem kleinen Kauz erspart bleibt. Anlass zur Sorge gibt es nämlich: "Ich habe vor etwa zwei Monaten in Jannowitz einen Eichelhäher in einer Angelsehne gefangen gesehen. Das Tier war bereits tot", erzählt Lasch. Er glaubt, dass diese absichtlich von Menschenhand im Gelände ausgebracht würden. "Es wird höchste Zeit, dass mal einer auf frischer Tat geschnappt und seiner gerechten Strafe zugeführt wird", wünscht sich der 62-Jährige. Er will die Augen offenhalten.

Auszug aus der Lausitzer Rundschau / SFB vom 25.4.13 von Torsten Richter

http://www.lr-online.de/regionen/senftenberg/Jannowitzer-Waldkauz-fliegt-wieder;art1054,4192079