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Einblick in das Auerhuhnprojekt

Wenn die Mitarbeitenden des Auerhuhnprojektes oder der Naturwacht im Gebiet unterwegs sind, halten sie stets die Augen nach Auerhuhnfedern offen. Doch wofür brauchen wir sie?

Denn die Suche nach Auerhuhnfedern im Wald gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Insbesondere die Federn der Hennen sind durch ihre Färbung hervorragend getarnt, wenn sie am Boden liegen. Ein guter Ort für die gezielte Suche nach den Federn sind daher Huderstellen, an denen die Auerhühner ihr Sandbad zur Gefiederpflege nehmen. Eine weitere Schwierigkeit beim Finden der Federn besteht darin, dass die Federn je nach Lage am Körper sehr unterschiedlich aussehen können.

Die Federn werden gesammelt, um Individuen genetisch identifizieren zu können. Jetzt im Winter werden die Proben für die Untersuchung im Labor des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung vorbereitet. Dort findet ein Abgleich mit den bekannten Genotypenprofilen der ausgewilderten Tiere und bereits identifizierten Nachkommen statt. Daraus lassen sich wichtige Informationen wie die Populationsgröße, die jährliche Überlebensrate und der Anteil der in der Niederlausitz geborenen Küken ableiten.

Der Genetikbericht des vergangenen Jahres hat folgende Daten ergeben:
2024 wurden 187 Feldproben gesammelt (182 Federn, 5 Kotproben). 111 Feldproben konnten einem Individuum zugeordnet werden. Bei 131 Feldproben konnte die mütterliche Linie mittels mitochondrialer DNA ermittelt werden. So konnten aus insgesamt 153 Feldproben wertvolle Informationen gewonnen werden.

Es wurde DNA von 25 ausgewilderten Tieren gefunden. Das älteste nachgewiesene Tier wurde im Jahr 2018 ausgewildert und ist damit mindestens 7 Jahre alt (das Alter beim Fang in Schweden ist nicht bekannt). 7 Jahre sind ein stolzes Alter für ein wild lebendes Auerhuhn!

34 Feldproben wurden Tieren zugeordnet, die bereits in der Niederlausitz geboren wurden. Dabei stammte 20x die Mutter,  12x der Vater und 7x das Elternpaar aus Auswilderungen. Bei den anderen Nachweisen wurde mindestens ein Elterntier im Gebiet geboren.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit der Hähne entspricht der Überlebenswahrscheinlichkeit der schwedischen Population. Die Überlebenswahrscheinlichkeit der Hennen ist niedriger als in Schweden. Das ist damit zu erklären, dass Hennen weniger wehrhaft sind, beim Brüten und Führen der Jungtiere gefährdeter sind und häufiger abwandern als Hähne. Vermutlich sind einige Hennen, die nicht mehr nachgewiesen werden können, gar nicht gestorben, sondern abgewandert. Trotzdem wird aus den Ergebnissen klar, dass das Überleben der Hennen und die erfolgreiche Jungenaufzucht die essentiellen Stellschrauben für das Überleben der Population sind.

Eine wissenschaftliche Publikation ist in Arbeit. Die Proben aus dem Jahr 2025 werden diese Woche ins Labor geschickt.