Ein Fluss in seinem alten Lauf - Wiederherstellung von Flussschleifen an der Kleinen Elster

Das EFRE-Projekt zur Wiederherstellung von Flussschleifen an der Kleinen Elster ist ein Pilotprojekt zur Remäandrierung eines Tieflandflusses in einer vom Braunkohleabbau beeinflussten Region. Zwischen Juli 2007 und März 2008 wurden zum ersten Mal sechs vollständig verschüttete und dann landwirtschaftlich genutzte, historische Flussschleifen geöffnet und wieder an den Flusslauf angebunden. An vier Standorten wurden die sechs historischen Flussschleifen, die bei der Begradigung des Flusses Mitte des 20. Jahrhunderts zugeschüttet worden waren, im wasserreicheren Unterlauf wiederhergestellt. Der vormalige Gewässerverlauf bleibt in diesen Abschnitten als Stillgewässer und Hochwasserüberlauf erhalten. So wurde in kurzer Zeit eine Flusslänge von 16 Kilometer zwischen Bad Liebenwerda und Doberlug-Kirchhain aufgewertet.

Mit der Wiederanbindung der ehemaligen Flussschleifen wurde der Flusslauf verlängert und eine naturnähere Gewässermorphologie erreicht. Dadurch soll das Wasserdargebot der Kleinen Elster so lang wie möglich im Einzugsgebiet gehalten werden, um den Landschaftswasserhaushalt zu verbessern. Durch die Erhöhung der Struktur- und Nutzungsvielfalt innerhalb des Gewässerbettes und entlang des Ufers werden hochwertige Lebensräume für die Pflanzen- und Tierwelt geschaffen. 

Das Projektmanagement wurde als Dienstleistung durch die Stiftungstochter Flächenagentur Brandenburg GmbH realisiert. Die Agentur übernahm auch die naturschutzgerechte Entwicklung größerer Aue- und Inselbereiche durch extensives Frisch- und Feuchtgrünland, feuchte Hochstaudenfluren sowie die Entwicklung größerer Auwaldbestände im Rahmen der Entwicklung eines regionalen Flächenpools und deren Refinanzierung durch regionale Eingreifer. Ergänzend erfolgen Maßnahmen im Rahmen der Landesrichtlinie „Landschaftswasserhaushalt" durch den Gewässerverband „Kleine Elster - Pulsnitz". Hervorzuheben ist im Rahmen dieses von allen Seiten befürworteten Projekts die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, den ortsansässigen Landwirten und den privaten Flurstückseigentümern sowie das Miteinander aller beteiligten Behörden und der Verwaltung des Naturparks Niederlausitzer Landrücken.

Die Gesamtkosten betrugen rund 1,6 Millionen Euro, von denen das damalige Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung 75% über die Investitionsbank des Landes Brandenburg aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung zur Verfügung stellte. 25% Eigenmittel brachte die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ein, davon 172.800 € aus Mitteln der GlücksSpirale.

Kontakt: Ina Tschiesche

Tel.: 035341/ 10192

Email: ina.tschiesche(at)naturwacht.de lars.thielemann(at)lua.brandenburg.de

Nähere Informationen:www.naturschutzfonds.de