Willkommen in der Niederlausitzer Heidelandschaft

Charaktervogel der Lausitz!

Habitatpflege für das Auerhuhn

Das Auerhuhn braucht reich strukturierte, lichte Kiefernmischwälder. Wenn genug Licht auf den Boden kommt, wächst reichlich Heidelbeere, die dem Auerhuhn Früchte und Deckung bietet. Die Heidelbeere ist genau so hoch, dass sich die Hühner darin gut verstecken, aber gleichzeitig den Kopf herausstrecken und Ausschau halten können. Von den Sonnenstrahlen profitieren auch Insekten, die den Küken in der ersten Zeit ihres Lebens Protein für schnelles Wachstum liefern.

In jungen Beständen dringt nur wenig Licht bis zum Boden. Daher findet man dort statt Beeren oft nur Laub- oder Nadelstreu oder Moos. Unter alten Beständen wächst meist schon die nächste Waldgeneration, sodass es dort ebenfalls dicht und dunkel ist. Das Zeitfenster, in dem sich das Auerhuhn wohlfühlt, beträgt deshalb nur etwa 20 Jahre.
In Bezug auf eine Waldgeneration ist das recht kurz!

Optimal ist deshalb ein Mosaik aus verschiedenen Altersstadien. Wenn die Bedingungen für das Auerhuhn in einem Bereich ungeeignet werden, entwickelt sich in der Nähe ein anderer Bereich zu einem Auerhuhnhabitat. Die Übergänge von jung zu alt sowie Licht zu Dunkel werden von den Tieren bevorzugt. Von einer solchen gemischten Altersstruktur profitieren nicht nur das Auerhuhn und viele weitere Arten, sondern der Wald wird auch gegenüber Schadereignissen wie Insektenkalamitäten, Dürren und Feuer stabilisiert.

Engagierte Forstwirtschaftende versuchen deshalb, durch ungleichmäßige Lichtgabe eine vollflächige Naturverjüngung zu vermeiden – denn die würde den nächsten Alterklassenbestand nach sich ziehen. Aber Wälder sind organisch und haben ein Eigenleben. So kommt es trotzdem immer wieder vor, dass große Flächen in kurzer Zeit zuwachsen. Dann kann es Sinn machen, Löcher in der Verjüngung zu schaffen. Diese Löcher bieten dem Auerhuhn kurzfristig einen optimalen Lebensraum und tragen langfristig zu einer gemischten Altersstruktur bei.

Im Jahr 2025 wurden fünf solcher Löcher im Osten des FFH-Gebiets "Forsthaus Prösa" angelegt, Anfang 2026 folgten drei weitere. Insgesamt wurden somit ca. 3200 Quadratmeter freigestellt. Wir danken der DBU-Naturerbe GmbH und Bundesforst für die Umsetzung!

Freiwilligeneinsätze

Neben dem Engagement der Forstbetriebe gibt es auch immer wieder Freiwilligeneinsätze, bei denen der Naturverjüngung mit Sägen und Hippen zu Leibe gerückt wird.  So gab es im Oktober 2025 und im März 2026 Freiwilligeneinsätze auf den Flächen der Hanse Forst KG im FFH-Gebiet „Forsthaus Prösa”, bei denen auf insgesamt sechs Hektar etwa zehn Prozent der Verjüngung entfernt wurden, also etwa 6.000 Quadratmeter.
So entsteht ein Mosaik aus lichten Wäldern mit reichlich Heidelbeeren und dichtem Unterwuchs, der ideale Verstecke bietet – perfekt für das Auerhuhn.

Sie haben Lust, uns bei einem Freiwilligeneinsatz für das Auerhuhn zu unterstützen? Dann melden Sie sich gern per Mail bei unserem Lebensraummanager Leonard Lehmeier (l_lehmeier@naturpark-nlh.de), sodass wir Sie über zukünftige Termine auf dem Laufenden halten können.